Unternehmensperspektive

20 Jahre nach Greencard-Start: Die IT-Sicherheitslücke Fachkräftemangel schließen

Diesen Monat jährt sich zum 20. Mal der Start der Greencard, mit der Deutschland IT-Spezialisten ins Land holte. Die Internetbranche boomte Ende der 90er Jahre. Unternehmen suchten daher händeringend IT-Fachkräfte, die ihnen Bundeskanzler Gerhard Schröder auf der Cebit 2000 versprach – mit der Greencard. Statt der erhofften 20.000 kamen in drei Jahren 15.000 Fachkräfte. Das lag auch daran, dass die „Dot-Com-Blase“ im selben Jahr platzte.

Der Bedarf spitzt sich weiter zu
Heute, zwanzig Jahre später, liegt das Umstellen der EDV- auf IT-Systeme hinter uns und die Digitalisierung legt an Tempo zu. Demzufolge ist der Bedarf an IT-Fachleuten enorm, besonders die Nachfrage nach IT-Sicherheitsexperten wächst rasant. Wir bei FireEye schätzen, dass die Cyber-Sicherheitsindustrie weltweit etwa 3,5 Millionen Arbeitsplätze nicht besetzen kann, obwohl Unternehmen und Organisationen jährlich zwischen 200.000 bis 300.000 Spezialisten einstellen. Das Missverhältnis wächst, was dramatisch ist, denn die Bedrohungslage spitzt sich immer weiter zu. Zum Vergleich: Der I-love-you-Virus ging 2000 um die Welt und richtete vergleichsweise wenig Schaden an – seitdem haben sich die Aktivitäten von Hackern zu einem funktionierenden Geschäftsmodell entwickelt, mit dem die organisierte Cyber-Kriminalität astronomische Summen verdient.

Die Lösung: Automatisierung und Priorisierung
Doch wie können sich Unternehmen sicherheitstechnisch bestens aufstellen, wenn selbst DAX-Konzerne kein geeignetes IT-Sicherheitspersonal finden? Eine Greencard-Neuauflage würde das weltweite Sicherheitsproblem allenfalls regional etwas entspannen. Die pragmatische Lösung setzt im besseren Nutzen der verfügbaren Ressourcen an. Die zwei, drei Sicherheitsfachleute, die in größeren Unternehmen arbeiten, können aus den 2.000 Sicherheitswarnungen pro Stunde unmöglich die tatsächlichen Bedrohungen herausfiltern. Sie müssen sich auf das Wichtige konzentrieren und den Überblick behalten. Diese Anforderungen erfüllen innovative Sicherheitstechnologien, welche den Sicherheitsexperten helfen, ihre Aufgaben zu priorisieren, indem sie das digitale Threat Monitoring stark vereinfachen, automatisieren und Abwehrmaßnahmen einleiten. Wirken moderne Technologie, IT-Basics wie Multi-Faktor-Authentifizierung, Sicherheitsbewusstsein und gesunder Menschenverstand zusammen, lässt sich die Sicherheitslücke schließen, die der Fachkräftemangel aufgerissen hat.