Haben die Deutschen noch Vertrauen in Wahlen?

Manipulierte Präsidentschaftswahlen in den USA, versuchte Einflussnahme bei den französischen Wahlen und eklatante Mängel in der Analyse-Software in Deutschland – wie sicher sind eigentlich die Grundpfeiler der Demokratie noch? Hat das dazu geführt, dass die Bürger das Vertrauen in den demokratischen Prozess verlieren? Würden sie angesichts von Manipulationen der Bundestagswahl von einer Wahlteilnahme absehen? Um diese Fragen zu beantworten, hat FireEye beim Marktforschungsinstitut KANTAR EMNID eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, die kurz vor den Bundestagswahlen einen Blick auf die Stimmungslage der deutschen Wähler hinsichtlich potenzieller Wahlbeeinflussung wirft.

Mehrheit befürchtet Manipulationen
Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) befürchtet eine Beeinflussung der Wahlen durch Hacker oder andere Kriminelle. Die Kenntnis um die Manipulation der Wahlen in den USA und Frankreich ist dabei der Hauptgrund für diese Befürchtung(81 Prozent). Weitere Beweggründe für Hacker sehen viele der Besorgten in der Förderung eigener außen- bzw. europapolitischer Interessen. Hier stehen die Entzweiung Europas und der USA (73 Prozent) sowie eine Schwächung der EU und der NATO  im Vordergrund (72 Prozent).

Mehr als ein Drittel ist unbesorgt
Laut Umfrage sehen 42 Prozent der Befragten keinen Grund zur Sorge bei den Bundestagswahlen. Mehr als die Hälfte dieser Gruppe (56 Prozent) ist davon überzeugt, dass die Wahl derartig gut abgesichert ist, dass eine Beeinflussung durch Hacker ausgeschlossen werden kann. Zudem glaubt genau die Hälfte der Gruppe nicht, dass Hacker überhaupt bereits Wahlen beeinflusst haben – sie glaubt also auch nicht daran, dass Deutschland auf eine ähnliche Weise beeinflusst wird wie die USA und Frankreich.

Sicherheit und Wahlverdruss
Jeder dritte Bundesbürger (31 Prozent) ist der Überzeugung, dass sich die Bundespolitik zu wenig um die Sicherheit der Bundestagswahlen kümmert. Vor allem unter den Besorgten ist dieser Anteil mit 38 Prozent besonders hoch. 16 Prozent aller Befragten würden überhaupt nicht mehr wählen gehen, wenn die Wahl beeinflusst würde. Überraschenderweise ist diese Ansicht mit 23 Prozent unter denjenigen am weitesten verbreitet, die ursprünglich angegeben haben, dass sie keine Manipulation der Wahlen durch Hacker befürchten. Diese Aussage vertreten nur 10 Prozent der Besorgten. Vielleicht ist das ein Hinweis darauf, dass die Besorgten sich mehr verpflichtet sehen, wählen zu gehen, als die Unbesorgten?

Der Staat in der Pflicht
Wie sich in den vergangenen 12 Monaten wiederholt gezeigt hat, stehen die Wahlen als höchstes, demokratisches Gut immer wieder im Visier von staatlich unterstützten Hackern, die die nationalstaatliche Souveränität unterwandern, um ihre eigenen Interessen zu fördern. Vor allem der russischen Gruppe APT28, die FireEye seit langem beobachtet, wird vorgeworfen, beteiligt gewesen zu sein.

Im Hinblick auf die Zweifel, die 31 Prozent der Bundesbürger an der Absicherung der Bundestagswahl haben, ist es für die Bundesregierung unabdingbar, nicht nur entsprechende Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Vielmehr kommt es darauf an, den Bürgern diese Maßnahmen zu erläutern und damit das Grundvertrauen der Wähler in den Wahlprozess zu stärken.

Um für eine umfassende Verteidigung gegen potentielle Manipulationen bestmöglich gerüstet zu sein, bedarf es jedoch mehr als nur aktueller Technologie. Ohne die Unterstützung durch Intelligence-Daten und die Beratung durch erfahrene Experten ist auch die beste Technologie gegen die zunehmend komplexeren und ausgefeilteren Cyberangriffe nur bedingt wirksam.

Ausführliche Informationen zu den Leistungen von FireEye as a Service finden Sie hier.